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Wir haben doch keine Wahl

  • Autorenbild: Werler Kötte
    Werler Kötte
  • 17. Feb.
  • 6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 18. Feb.

Der folgende Text ist ein im Impuls verfasster Kommentar. Ironie, Sarkasmus und Zynismus könnten enthalten sein. Hab den Quatsch nicht Korrektur gelesen, denn das ist nicht gut für das Gemüt. Alles stark verkürzt und zum Schluss noch ein paar Links.  


Die Bundesrepublik Deutschland gilt gemeinhin als eine Art Demokratie, was bedeutet, dass das Volk über eine gewisse Macht verfügt. Diese Macht wird hauptsächlich durch die Teilnahme an Wahlen und Kommentaren in den sozialen Medien ausgeübt. Der Countdown läuft, denn in wenigen Tagen dürfen wir wieder zeigen, dass einzelne Menschen zumindest teilweise vernunftbegabt handeln können, die große Masse aber eigentlich besser auf dem Sofa vor laufender Flimmerkiste aufgehoben wäre.

 

Wahlkampf

 

Der Wahlkampf hat seine Spuren hinterlassen, ist letztlich aber genauso abgelaufen, wie es zu erwarten war. Sachliche, an Fakten orientierte Diskussionen? Nein, die gibt es höchstens im Klassenrat der 7a der Dieter Bohlen Gesamtschule in Dingenskirchen, wenn es um den Umgang mit verschmutzten Toiletten geht. Das, was der Großteil der Parteien in den letzten Wochen abgeliefert hat, kam eher einem antiken Trauerspiel nahe, wobei keine Katharsis beim Zuschauer eingetreten ist; eher ein dumpfes Gefühl, das Misanthropie fördert.


Am Ende des Tages scheint nur ein Thema von Bedeutung zu sein. Man kann es nennen, wie man will, aber eigentlich lässt es sich mit der allseits beliebten Parole „Ausländer raus“ am besten zusammenfassen. Es geht nicht darum, Probleme nachhaltig zu lösen, sondern dem Impuls des gemeinen Bürgers hinterherzuhecheln. Lasst die ausländisch sprechenden, anders aussehenden, bis an die von Friedrich Merz Zahnarzt gerichteten Zähne bewaffneten Halunken bloß nicht ins Land! Die wollen doch nur unsere Jobs klauen oder vom Sozialstaat leben. Klingt widersprüchlich und dumm, was vor allem daran liegt, dass es widersprüchlich und dumm ist. Wie so einiges in der wenig zielführenden Debatte.


Menschen suchen Asyl nicht, weil sie Stress, Straftaten und Sodomie wollen. Das Gegenteil ist der Fall. Wie eine gelungene Integration von Menschen nicht gelingt, sehen wir momentan.

In unwürdigen Bedingungen werden massenweise Menschen zusammengepfercht. Hilfe bei den teils schweren Traumatisierungen ist auch nicht zu erwarten. Eine Perspektive? Die Bearbeitung von Asylanträgen kann ja wohl nicht schneller gehen als die Genehmigung für eine Gartenhütte. Ein geregelter Tagesablauf? Arbeiten gehen? Nö! Stattdessen kann man sich der netten Besuche von teutonischen Ureinwohnern erfreuen, die mit den Überresten der Silvesterparty ein kleines Feuerwerk an der Unterkunft veranstalten.



Probleme? Lösungen?

 

Deutschland steht vor einem multiplen Organversagen. Die Infrastruktur ist eine allumfassende Katastrophe. Brücken stürzen ein, der öffentliche Nahverkehr ist teuer, verspätet, marode und lückenhaft. Die Straßen in einem Zustand, der das urdeutsche Rasen mit 187 Sachen deutlich erschwert.


Der knappe Wohnraum setzt allen Bevölkerungsschichten massiv zu. Also außer denjenigen, die fleißig geerbt haben. Der Industrie geht es nicht so dolle, und wir brauchen dringend Wachstum. Warum? Isso! Am besten kurzfristig, denn wir Menschen können maximal von der Wand bis zur Raufasertapete denken.


Es fehlt überall an Fachkräften. Im Handwerk wartet man sich die Wand schimmelig, bis endlich ein Kerl im Blaumann die Bude wieder trockenlegt. Man gönnt sich den erhabenen Luxus von Kindern und muss dann erstmal einen Kitaplatz bekommen. Denn Erzieherinnen und Erzieher sind Mangelware. Dabei werden die Arbeitsbedingungen immer toller. Einfach auf immer mehr Blagen aufpassen, da kann man den Kleinen vermitteln, wie wichtig jeder einzelne in der Gesellschaft ist. Pflegekräfte und Krankenhauspersonal sind ebenfalls ein rares Gut, obwohl auch dort eine fürstliche Entlohnung bei entspannter Arbeitsatmosphäre zu erwarten ist.


Erneuerbare Energien? Quatsch! Einreißen die Scheiße! Windräder wollen uns das Schnitzel verbieten und machen unsere Kinder schwul. Die an die Tür klopfende Klimakatastrophe wird einfach ignoriert. Dann wird schon nix passieren. Wenn ich nicht an Lungenkrebs glaube, kann ich auch stangenweise Kippen inhalieren. Wenn die Tumore dann sprießen, wird es am Gendern oder fehlenden Atomkraftwerken liegen. Scheiß auf wissenschaftlichen Konsens, wenn ich doch einen „Experten“ finde, der das Gegenteil behauptet. Irrsinn, wohin man blickt.


Entschuldigt das polemische Gepöbel, aber allmählich reicht ne Pulle Korn am Tag nicht mehr aus, um den ganzen Wahnsinn zu ertragen, der da vor den Kameras, in den Kommentarspalten und an den Stammtischen rausgekotzt wird. Ja, es gibt viele Probleme. Aber faule Bürgergeldempfänger, die auf ihrer Yacht Cum-Ex Geschäfte abziehen und geflüchtete Menschen sind bei weitem nicht die beiden Themen, die dabei am schwerwiegendsten erscheinen. Und die Lösungen sind nicht, Grenzen dicht und Sozialstaat zerstören.

 

Alle raus, keiner rein, dann ist alles fein

 

Gewalt und Kriminalität sind vor allem Hauptbetätigungsfelder von jungen Männern. Männer sind ein Problem, das ist nichts Neues, will man meinen. Faktoren, die ungewollte Verhaltensweisen fördern, sind bekannt. Männliches Geschlecht. Schlechte Bildung. Armut. Mangelnde Perspektive. Ja, da kommen noch andere Aspekte hinzu, aber pauschal zu sagen, dass Menschen aus anderen Kulturen kriminell und gefährlich sind, ist einfach nur gelogen. Das wissen alle, aber um daran was zu ändern, müssten wir eventuell auch etwas an uns ändern und Geld in Dinge stecken, die jetzt nicht in 2 Wochen zu Wirtschaftswachstum führen. Die Verantwortung und Schuld auf andere zu schieben ist einfach bequemer und wir neigen bekanntlich zu Bequemlichkeit. Außer ein neues Iphone ist auf dem Markt, da campen wir schonmal gerne auf dem Bürgersteig. Ich schweife ab.


Alle raus, keiner rein. Dann leben wir in einem Paradies. Die Kriminalität sinkt in Windeseile auf unter 0. In den Krankenhäusern fehlen nun noch mehr Pflegekräfte und Ärzte. Das heißt, die Patienten haben stark verkürzte Aufenthalte, die Bestattungsunternehmen alle Hände voll zu tun und die Sargzimmerei macht Rekordumsätze. Netter Nebeneffekt, die Hinterbliebenen erben sich das Sparbuch voll und die Dahingesiechten beziehen keine Rente mehr. Das schont den Haushalt.


Handwerksbetriebe finden ebenso keine motivierten Auszubildenden, was aber okay ist, denn so wird mehr auf Eigenverantwortung gesetzt. Einfach in den Baumarkt gehen und die Verkabelung der Bude selbst in die Hand nehmen. In der Kita kaum noch Personal? So lernen die Blagen wenigstens früh, dass sie sich um ihren Arsch gefälligst selbst zu kümmern haben. Keine Bevormundung des Staates, und erst recht keine Unterstützung. Jeder ist seines Glückes Schmied. Man muss nur lange genug schuften, dann werden die Millionen schon auf dem Konto landen.


Es ist also eine Win-Win-Win Situation, wenn wir auf Menschenrechte scheißen.



Graffiti mit dem Text "AFD HASST!"
Aber nicht jede*n ;)

 

Wir haben doch keine Wahl!

 

Wie oft lese ich in den letzten Wochen, dass man in der derzeitigen Lage ja keine Wahl habe, als sein Kreuz bei Nazis zu machen. Ich möchte jetzt nicht zu pathetisch wirken, aber wie abgestumpft kann man sein? Lösen wir irgendwelche Probleme, wenn wir die Zäune hochfahren, aus der EU austreten (Wahnsinn!!!), das Sozialsystem noch weiter zurechtstutzen, auf den reichsten und beklopptesten Mann der Welt hören, der sicher nur möchte, dass wir ein gutes Leben führen?! Schaut mal, was der in den Vereinigten Staaten abzieht. Es ist beinahe zu absurd und surreal, aber da wird momentan politischer Amoklauf betrieben und die Gleise in Richtung Diktatur gelegt.


Klar, kann man sein Kreuz überall hin machen. Nur sollte man sich dann nicht beschweren, wenn man einstweilen wirklich keine Wahl mehr hat.


Eigentlich möchte ich gar nicht darauf eingehen, aber tatsächlich bedeutet ein Kreuz mehr als „endlich sind wir unter uns“. Wofür stehen die Blauen? Vergangene Entscheidungen und Pläne und Ideologien. Japp, hinter den Ansichten stehen Ideologien. Die Ideologie, das Bewohnen des Planeten für kommende Generationen zu ermöglichen, ist schlimm. Die Ideologie der Blauen ist wiederum lediglich menschenverachtend und zum Haareraufen dumm.

 

  • Arbeitnehmerrechte sind doof. Mindestlohn wird abgelehnt.

  • Mietpreisbremse und Rechte für Mieter? Muss nicht sein.

  • Gewerkschaften und Tarifverträge? Auf keinsten. Die Firmen werden schon fair sein.

  • Freie Meinung? Ja, wenn sie der eigenen Ansicht entspricht. Ansonsten werden unabhängige Journalisten bedroht oder ihnen die Arbeit erschwert. Und kommt mir nicht mit Systemmedien. Besonders der nicht perfekte ÖRR deckt oft genug Probleme auf.

  • Frauen? Sollen putzen, kochen und gebären. Schwangerschaftsabbrüche sollen weiter erschwert werden. So viel zur Eigenverantwortung.

  • Corona-Sonderprämien wurden abgelehnt.

  • Reiche sollen weniger Steuern zahlen.  

  • Mehr bei den Armen sparen. Die blöden faulen Säcke.

  • Russland sollte schnellstmöglich wieder ein enger Partner werden. Beim Schreiben bekomme ich Bauchschmerzen vom Lachen.

  • Austritt aus der EU ist wirtschaftlicher Suizid. Fragt mal in Großbritannien nach. Exportnation Deutschland…

  • Kinder sollen schon ab 12 strafmündig sein. Strafe statt Erziehung. Pädagogisch betrachtet sehr konsequent. (NICHT!)

  • Familien sollen unterstützt werden. Also gewisse Familien. Wer „selbstgewählt“ alleinerziehend ist, soll keine Unterstützung erhalten. Also sucht euch einen starken Mann, der euch im Zweifel zur Vernunft prügelt.

  • Homosexuelle sollen keine Kinder adoptieren können. Weil, ähm, ja ist ansteckend und schlimm oder so.

  • Ach ja. Und beim Thema Inklusion sind wir auch vorbildlich aufgestellt und es gibt keinerlei Handlungsbedarf. Doch, gemeinsames Lernen ist nicht nötig. Sollen die Menschen mit Behinderung mal lieber unter sich bleiben; da stören sie wenigstens nicht. Ungeachtet dessen, dass für erfolgreiches gemeinsames Lernen andere Voraussetzungen nötig wären.


Kein Bock mehr. Ist alles zu stumpf. Hier dennoch ein paar Anregungen aus dem Netz.

 

 

 

 

 

Puh, jaja, linksgrünversiffte Systemhörigkeit tropft hier aus jeder Zeile. Entschuldigt diesen Wortschwall. Und eine besondere Entschuldigung geht an alle Freunde des Hasses. Ihr habt recht. Raus, alle raus und dann haben wir unsere Ruhe. In Frieden.


Spaß beiseite, man kann über viele Dinge reden und sollte es auch. Bei Kaffee, Korn, Bier, Tee, Wein, kohlensäurehaltigem Wasser oder einer Portion Fritten bin ich gerne bereit, über alles zu sprechen. Aber AfD wählen und meinen, dass irgendwas besser wird, ist einfach bestusst (wie mein Oppa gesacht hätte).  

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